16. April 2010
Schleswig-Holsteins Ex-Wirtschaftsminister Werner Marnette warnt vor Wachstumseuphorie
Angesichts der positiven Signale von Experten zur weiteren wirtschaftlichen Entwicklung warnte der ehemalige schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Werner Marnette im „Rostocker Wirtschaftsgespräch“ des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern des Wirtschaftsrates der CDU e.V. vor zu großer Euphorie.

„Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat in Deutschland zu einem Werte- und Vertrauensverlust ge-führt. Angesichts der Handlungsweisen von Staat und Banken sind die ethisch moralischen Werte besonders betroffen. Kaum ein Bürger kann die finanzpolitischen Entscheidungen derzeit nachvollziehen“, sagte Marnette vor rund 50 Unternehmern aus Mecklenburg-Vorpommern.

„Es dürfen keine weiteren regionalen und nationalen Entscheidungen getroffen werden, die die Wirtschaftsstandorte gefährden“, betonte Marnette. „Wirtschaftshilfen wie Kurzarbeit und Subventionen dürfen sich nicht zum ‚süßen Gift’ entwickeln. Unternehmen müssen sich den Selbsthei-lungskräften des Wettbewerbs stellen“, so die Forderung des ehemaligen schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministers.

Der Staat dürfe nicht schleichend das Parkett der Sozialen Marktwirtschaft verlassen und sich im-mer mehr zum Unternehmer entwickeln. Hier müsse es klare Grenzen geben.

Marnette kritisierte vor allem die zu hohen Kosten für Unternehmen in Deutschland. Dadurch falle das Land immer mehr auf die hinteren Ränge im internationalen Wirtschaftsranking zurück. Während sich China und die östliche Welt immer mehr zu Produktionsplattformen für die gesamt Welt entwickelten, habe Deutschland das Nachsehen.