19. Oktober 2017
5. Digitalisierungskonferenz - Bildung und Arbeitsmarkt für ein digitales Sachsen-Anhalt
Passend zum Schwerpunkt Bildung und Arbeitsmarkt lud der Wirtschaftsrat der CDU e. V. Sachsen-Anhalt ihr Mitglieder und interessierte Gäste beim Ausbildungsverbund Olefinpartner e.V. zur 5. Digitalisierungskonferenz in Schkopau ein. Hierbei konnten sich Ministerien und Unternehmer zu verschiedenen Aspekten der Digitalisierung in Sachsen-Anhalt und den Unterschieden zwischen Theorie und praktischer Umsetzung austauschen.

Begrüßt und eingestimmt auf die Konferenz wurden die Mitglieder und interessierten Gäste von Sirko Scheffler, Landesvorstandsmitglied und Vorsitzender der LFK Internet und Digitale Wirtschaft des Wirtschaftsrates Sachsen-Anhalt sowie Geschäftsführer der brain-SCC GmbH in Merseburg. Er gab einen Überblick über die „Digitalisierung in Sachsen-Anhalt - Plan und Wirklichkeit“. Ihm folgte Andrei Kretschmer, Leiter externe Organisation/Marketing des Ausbildungsverbundes Olefinpartner e. V. in Schkopau. Er berichtete aus praktischer Sicht und eigener Erfahrung vor Ort zum Thema „Sind Jugendliche schon digital?“. In seinem Bereich zeigt die Digitalisierung schon seit knapp 15 Jahren ihre Einfluss auf die Ausbildungsberufe; ihre Nachfrage, ihre Inhalte und wie sie sich entsprechend verändern. 

 

Minister Marco Tullner, Bildungsminister für das Land Sachsen-Anhalt, informierte über „Bildung für die digitale Welt“. Für die meisten Menschen ist der Umgang mit digitalen Medien zur Normalität geworden. „Wer nicht digital kommuniziert, ist von gestern, heute manchmal schwer erreichbar, vielleicht morgen nicht mehr da“, so Minister Tullner. Digitale Medien bieten zwar jederzeit Zugang zu unbegrenztem Wissen, aber nur, wenn man entsprechende digitale Kompetenz besitzt und die Informationen filtern, verarbeiten, hinterfragen und in den alltäglichen Kontext einbetten kann. Deshalb wird die Vermittlung digitaler Kompetenz ab dem Schuljahr 2018/19 in allen Schulen fachintegrativ vermittelt. Da dies nur Lehrende können, die selbst über ausreichende digitale Kompetenz verfügen und mit der vorhandenen digitalen Ausstattung an den Schulen auch umgehen und die passenden Lehrmethoden entsprechend einsetzen können, wird die Lehrkräftequalifizierung durch Fortbildung verbindlich für einen definierten Umfang (24 Fortbildungsstunden in einem Zeitraum von 5 Schuljahren) festgelegt. Bis 2020 sollen zudem alle Schulen in Sachsen-Anhalt an das Glasfasernetz angeschlossen werden, um einen schnellen Zugriff auf das Internet zu gewährleisten. Um die Ausstattung mit digitalen Hilfsmitteln in den Schulen zu verbessern, wurde das IKT-Förderprogramm aufgelegt, in dessen Rahmen die EU und das Land 13,3 Mio. Euro im Zeitraum bis 2023 zur Verfügung stellen.

 

Stefan Ferivar, Abteilungsleiter für den Bereich Industrie, Außenwirtschaft, Tourismus und Bergbau im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, setzte das Publikum zum Thema „Die digitale Agenda in Sachsen-Anhalt – Status und Umsetzung“ ins Bild. In der sich anschließenden Podiumsdiskussion stellten sich alle Vortragenden und Experten den Fragen des Publikums und des Moderators Jan Berger, Chef vom Dienst Digital der Mediengruppe Mitteldeutsche Zeitung in Halle. Hierbei wurden vertiefende Fragen angesprochen und geklärt, die zum Teil noch in der folgenden Mittagspause im kleinen Kreis besprochen wurden. 

Frisch gestärkt ging es in den Vortrag von Kay Senius, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, zum Thema „Digitale Zukunft – Veränderungen der Anforderungen an Bildung, Ausbildung und lebenslanges Lernen“. Senius stellte zehn Thesen vor, wie sich die Industrie 4.0 auf den Arbeitsmarkt auswirken werde. Zudem bot er einen pointierten Überblick über die Chancen und Risiken der Digitalisierung, die sich ändernden Anforderungen an den Menschen und das Bildungssystem sowie die benötigte Zusammenarbeit aller Akteure auf dem Arbeitsmarkt und dem Berufsbildungsmarkt. 

 

Matthias Freiling, Vorsitzender der LFK Bildung und Arbeitsmarkt des Wirtschaftsrates Sachsen-Anhalt und geschäftsführender Eigentümer der GfM-Gruppe, informierte die Anwesenden „Über den Tellerrand – Bespiele und Tendenzen aus anderen Bundesländern“ und bot somit einen vergleichenden und sehr interessanten Einblick in die Arbeit anderer Bundesländer zum Thema Digitalisierung. Nach vier unternehmerischen Kurzstatements zum Bereich „Digitalisierung und Ausbildung – brauchen wir neue Berufsbilder?“, folgte erneut eine Podiumsdiskussion, um bestehende Fragen im Publikum aufgreifen und klären zu können. Dieses nahm das Angebot auch intensiv an. 

 

Nach einer auf den Punkt gebrachten Zusammenfassung der Erkenntnisse des Tages durch Andreas Vierling, Geschäftsführer des Cluster IT-Mitteldeutschland e. V., blieb noch genügend Zeit, um in bilateralen Gesprächen und bei einem gelungenen Mahl alles noch einmal Revue passieren zu lassen und Kontakte zu knüpfen.

Impressionen
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