15. August 2020
Corona und Urlaub - Die Reiseindustrie vor dem Umbruch
Wirtschaftsrat im Dialog mit Mitgründer der Portals „Urlaubsguru.de“

Zu den Branchen, die die Auswirkungen von Corona als erste spürten, gehört die Urlaubsindustrie. Um sich einen aktuellen Einblick geben zu lassen, sprach der Wirtschaftsrat Nordrhein-Westfalen dazu mit dem Mitgründer der Portals „Urlaubsguru.de“, Herrn Krahn.

 

Vor acht Jahren ohne Fremdkapital gegründet hatte sich das Portal in den sozialen Medien einen guten Ruf erarbeitet, so dass der Umsatz 2019 auf 300 Mio. Euro anstieg. 200 Mitarbeiter standen für den Erfolg, der auch in zwei Stores deutlich wurde.

 

Der Umsatz fiel nach dem Lockdown auf Null und die Unternehmensführung musste sich mit Themen wie Kurzarbeitergeld und Hilfskrediten beschäftigen. Aber auch Kündigungen mussten von den Jungunternehmern ausgesprochen werden und die beiden Stores werden nicht wieder geöffnet. Insgesamt liege die gesamte Reiseindustrie darnieder und viele der Reisebüros, aber auch einige Veranstalter würden diese Krise, wenn weiter anhält, nicht überstehen, prognostiziert Krahn. Immerhin sieht der Unternehmer einen Silberstreif am Horizont.

 

Seit Juli setze das Geschäft mit Flugpauschalreisen wieder ein und auch die Buchungszahlen für 2021 zeigten einen deutlichen Aufwärtstrend. So sei davon auszugehen, dass es bis zu einer vollständigen Rückkehr zum Vorkrisenergebnis rund fünf Jahre vergehen werde. Zusätzlich verstärkt werde die Krise durch Presseberichte über die aktuelle Situation in den Hauptzielgebieten, wie Mallorcar. Erst in der letzten Woche sei Krahn auf der Lieblingsinsel der Deutschen gewesen. Volle Strände und überfüllte Bars mit Menschen, die sich nicht an die Schutzmaßnahmen gehalten haben, habe er nicht gesehen. Bei einem Bootstrip erklärte der Skipper, dass er erstmals wieder Delphine in Küstennähe gesichtet habe. Die Herausforderungen durch Corona seien nicht klein, aber handhabbar. Auch zukünftig werden die Menschen in Urlaub und Urlaubsguru wird weiterhin ein Teil von den schönsten Tagen des Jahres bleiben, sicherte Krahn den Teilnehmern zu.