21. Oktober 2011
NRW muss Energieland bleiben!
Landessymposium Energie bei RWE Deutschland AG
Energie ist nicht nur der Motor der modernen Industriegesellschaft, sondern auch das Hauptgeschäft der RWE Deutschland AG, deren Gast der Wirtschaftsrat Nordrhein-Westfalen mit seinem energiepolitischen Landessymposium war. Über 150 Unternehmer waren der Einladung des unternehmerischen Berufsverbandes nach Essen gefolgt.
v.l.n.r. Dr. Rainald Heinisch, Vorstand Sektion Essen/Westliches Ruhrgebiet; Dr. Arndt Neuhaus, Dr. Jens-Jürgen Böckel, Sprecher Sektion Essen/Westliches Ruhrgebiet; Manfred Hermes; Manfred Ringmaier, Langeschäftsführer Wirtschaftsrat der CDU e. V. (Foto: Wirtschaftsrat)

Für eine zukunftsfähige Energieversorgung müssen energiepolitische Entscheidungen auch weiterhin ausgewogen zwischen Umweltverträglichkeit, Sicherheit und Bezahlbarkeit getroffen werden, forderte der stellv. Landesvorsitzende und Sprecher der Sektion Essen/Westliches Ruhrgebiet, Dr. Jens-Jürgen Böckel, in seiner Einführung. Nordrhein-Westfalen sei das Energieland Nr. 1 sowohl bei der Produktion als auch beim Verbrauch. Daher müsse die Industrie mit Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen versorgt werden, andernfalls würde es zu einer Gefährdung des Industriestandorts mit entsprechenden Folgen auch für den Arbeitsmarkt kommen. „Gerade die Länder ohne eine starke Industrie haben die Finanz- und Wirtschaftskrise nicht so gut überstanden, wie die Staaten mit einer gesunden Mischung. Der Wirtschaftsrat Nordrhein-Westfalen setzt sich daher dafür ein, dass Nordrhein-Westfalen Industrieland bleibt.“

Dr. Arndt Neuhaus, Vorsitzender des Vorstands der RWE Deutschland AG, erklärte in seinem Einführungsstatement, dass der Konzern in den letzten 100 Jahren bereits häufiger erfolgreich Umbrüche in der Energiewirtschaft überstanden habe. So seien in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts aus vielen kleinen Anbietern wenige große Unternehmen entstanden, die in der Lage waren, den Energiebedarf der Wirtschaftswunderzeit durch den Bau und Betrieb von Großkraftwerken zu stillen. Aus Sicht eines Energieunternehmens kämen durch die erneute Energiewende drei wesentliche Herausforderungen auf die Wirtschaft und Verbraucher zu:

Dr. Arndt Neuhaus (Foto: Wirtschaftsrat)

Erstens müssten neue Kraftwerkparks entstehen. Bislang habe es Kraftwerke in der Nähe von Großverbrauchern gegeben, da sich Strom nur unter Verlusten über weite Strecken transportieren lasse. Durch die Energiewende sei das Stromangebot stärker abhängig von der Einspeisung und damit von Wind und Sonne. Ebenso verändere sich die Bedeutung Deutschlands auf dem europäischen Strommarkt. War man bislang ein großer Stromexporteur, dessen technischen Fähigkeiten entscheidend zur Stabilisierung des europäischen Stromnetzes beitragen konnten, werde man immer mehr zu einem Importeur und damit abhängiger von der Strompreisen in Frankreich, Tschechien und Italien. Die Förderung regenerativer Energie führe zudem zu einer weiteren Verteuerung des Stroms. So zahlten die Bundesbürger bereits jetzt rund 1,3 Mrd. Euro durch das EEG mit steigender Tendenz. Mittelfristig werde auch RWE seine Kapazitäten an regenerativen Energien weiter aufstocken.

Zweitens sei der Ausbau des Stromnetzes von Nord nach Süd sowie die dazu notwendigen Verteilnetze zu realisieren. Dabei ging Dr. Neuhaus von einem Investitionsvolumen von rund 13 Mrd. Euro aus. Neben dem Strom- müsste zeitgleich auch ein paralleles Kommunikationsnetz geschafft werden, um das komplexe Stromnetz zu steuern.

Drittens müssten die privaten Kunden rund 40 Prozent des jetzigen Stromverbrauchs einsparen.

Dies, so Dr. Neuhaus weiter, werde der wohl schwierigste Teil. Eine nachhaltige Verhaltensänderung brauche viel Zeit. Abschließend erklärte er: „Ein modernes Energienetz ist das Rückgrat einer hochmodernen Industriegesellschaft. So wird es möglich sein, mit dem modernsten und effizientesten Energiesystem Europas neue Werte zu schöpfen.“

(Foto: Wirtschaftsrat)