12. Mai 2011
Bundesgeschäftsführer Dr. Gerding:
„Qualität vorrangig vor Tempo bei Energiewende!“
„Im Rahmen der von der Bundesregierung geplanten Energiewende darf der Industriestandort Deutschland, das Fundament unseres Wohlstandes und wettbewerbsfähiger Arbeitsplätze, nicht unter die Räder kommen. Deshalb muss die Wende vor allem verlässlich und belastbar sein!“


v.l.n.r. Dr. Marc Zoellner, Bernd Lepping, Sektionsvorstandsmitglied, Dr. Rainer Gerding, Dr. Frank Kirchner (Foto: Wirtschaftsrat)

Mit diesen Worten begrüßte Dr. Marc Zoellner, Sektionssprecher sowie Mitglied des Bundes- und Landesvorstandes des Wirtschaftsrates der CDU e.V., die Mitglieder der Sektion Hochsauerlandkreis in Schmallenberg.

Das letzte, erst im September 2010 von der Bundesregierung verabschiedete Energiekonzept erfordere nach den Ereignissen von Fukushima eine Überarbeitung bzw. eine Neuausrichtung. „Wir befinden uns derzeit mitten im Aufbruch in ein neues Energiezeitalter. Bei der bevorstehenden Energiewende der Bundesregierung muss der Grundsatz „Qualität vor Tempo“ gelten“, leitete der Bundesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates, Dr. Rainer Gerding, seine Ausführungen ein.

Bevor jedoch ein neues Konzept beschlossen werde, müssten einige wichtige Aspekte geklärt werden wie etwa die Gewährleistung einer sicheren und wettbewerbsfähigen Energieversorgung für den Industriestandort Deutschland. Zudem setze sich der Wirtschaftsrat dafür ein, dass der Ausbau der Energieinfrastruktur, vor allem der Netze und Speichermöglichkeiten, nicht länger blockiert werde, damit der Strom aus den Erneuerbaren Energiequellen zum Verbraucher gelangen könne. So stünden zum Beispiel die meisten Windkrafträder im Norden Deutschlands, während sich der Großteil der Industrie entlang der Rheinschiene und im Süden des Landes befinde.

Ferner fordere der Wirtschaftsrat, dass die Energiewende nicht die dringend notwendige Sanierung der öffentlichen Haushalte gefährde. Außerdem müsse eine staatliche Überbelastung von Bürgern und Unternehmen verhindert werden. Des Weiteren sei der Ausstieg aus der Kernenergie so zu lösen, dass die Bundesrepublik nicht vom Atomstrom anderer Länder abhängig werde. Zudem plädiere der Unternehmerverband dafür, dass die deutschen Klimaschutzziele einer kritischen Revision unterzogen werden müssten. „Können diese ehrgeizigen Ziele eingehalten werden, wenn – in den kommenden Jahren zum Ersatz für die Kernkraft und als Brücke zu den Erneuerbaren Energien – zunächst noch zusätzliche Kohle- und Gaskraftwerke gebaut werden?“, fragte Dr. Gerding.

Die Bundesregierung allein könne diese Herkulesaufgabe jedoch nicht stemmen. Sie benötige die Unterstützung aller Bundesländer und Kommunen sowie der Unternehmen und Bürger.