07. Oktober 2020
"Anreize statt Restriktionen in der Verkehrswende"
Essens Oberbürgermeister Kufen zum Thema Nachhaltigkeit im Verkehr
Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen. Foto: Wirtschaftsrat e.V.

In der Zeche Zollverein in Essen empfingen die Vorsitzenden der Landesfachkommission Verkehr, Logistik, Infrastruktur des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen des Wirtschaftsrates der CDU e.V., Frank M. Schmid und Bernhard Kirschbaum, den gerade wiedergewählten Oberbürgermeister der Stadt Essen, Thomas Kufen, zu einem Expertenaustausch über die kommunale Verkehrsplanung am Beispiel der Stadt Essen.

Prof. Dr. Hans-Peter Noll, Vorstandsvorsitzender Stiftung Zollverein. Foto: Wirtschaftsrat e.V.

Kufen betonte im Rahmen seines Vortrags: „Das Schaffen von alternativen Angeboten und Anreizen im Mobilitätssektor ist entscheidend für die Verkehrswende in Deutschland.“ Sanktionen und Restriktionen, wie etwa die Diesel-Fahrverbote, seien dafür der falsche Weg und müssten vermieden werden. Stattdessen müsse beim Thema Mobilität insgesamt umgedacht und verstärkt auf Nachhaltigkeit gesetzt werden, so der Oberbürgermeister unter Verweis auf den 2018 vorgelegten „Masterplan Verkehr“ der Stadt Essen.

 

Das schließe neue Angebote im ÖPNV, das Erarbeiten von Fahrrad- und Fußgängerkonzepten, aber auch den motorisierten Individualverkehr mit ein. Hierbei sei der Ausbau von Tank- und Ladeinfrastruktur für alternative Antriebe wie Elektro oder Wasserstoff von großer Bedeutung. „Nur wenn ausreichend Ladeinfrastruktur vorhanden ist, werden die Bürger auf alternative Antriebe umsteigen. Andernfalls helfen auch Restriktionen nicht dabei, solche Antriebsformen attraktiv zu machen.“ Weitere Optionen zur Verringerung der Schadstoffemissionen seien unter anderem intelligente Verkehrssteuerung oder Sektorenkopplung.

Frank M. Schmid, Vorsitzender der Landesfachkommission Verkehr, Logistik, Infrastruktur. Foto: Wirtschaftsrat e.V.

Frank M. Schmid schloss die Veranstaltung mit dem Hinweis: „Der „Masterplan Verkehr“ der Stadt Essen zeigt verschiedene zukunftsweisende Lösungen für die optimale Nutzung der vorhandenen Infrastruktur und Mobilität auf, ohne dabei auf ineffiziente Fahrverbote zurückzugreifen. Damit kann er Vorbild für andere kommunale Verkehrskonzepte sein.“