23. Mai 2012
Ideen für ein krisenfestes Deutschland
Arbeitgeberpräsident Prof. Dr. Dieter Hundt spricht auf der Regionaltagung des Wirtschaftsrates

Weit über einhundert Unternehmer folgten der Einladung des Bielefelder Wirtschaftsrates zur Fachtagung in die Räume der Dr. Oetker-Welt, um mit Prof. Dr. Dieter Hundt, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, über politische Zukunftsfragen zu diskutieren.
Prof. Dr. Dieter Hundt (Foto: Wirtschaftsrat)

Seit 2008 beherrsche und verunsichere die weltweite Finanz- und Staatsschuldenkrise Medien und Menschen gleichermaßen, sagte Prof. Hundt. Auch wenn die Bundesrepublik im Vergleich zu den anderen Mitgliedstaaten gestärkt aus dieser Krise hervorgegangen sei und mittlerweile sogar eine Vorbildfunktion eingenommen habe, müsse auch sie ihre Lehren aus der Krise ziehen. Darunter falle insbesondere die Anpassung des Ausgabenniveaus an das der Einnahmen. Mit einer Staatsverschuldung von über 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes breche Deutschland selbst die Vorgaben des Maastrichter Vertrages. „Auch wenn sparen weh tut, drohen uns ohne Haushaltskonsolidierung noch schlimmere Probleme,“ mahnte der Arbeitgeberpräsident mit Blick auf die Tatsache, dass trotz steigender Staatseinnahmen, einer Erwerbstätigenquote auf Höchststand und eines Tiefstandes an Kreditzinsen erst 2016 ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden solle.

v.l.n.r.: Ralf Blomeier, Mitglied der Geschäftsführung der Dr. August Oetker KG; Prof. Dr. Dieter Hundt; Ralf Ahlemeyer (Foto: Wirtschaftsrat)

Ralf Ahlemeyer, Sprecher der Sektion Bielefeld des Wirtschaftsrates, appellierte an die zukünftige nordrhein-westfälische Landesregierung, die längst überfällige Aufnahme einer Schuldenbremse in der Landesverfassung zu verankern: „NRW braucht zukünftig wieder eine seriöse Finanz- und Haushaltspolitik. Ohne Haushaltskonsolidierung kann es in unserem Land kein gesundes Wirtschaftswachstum geben.“