19. Januar 2012
Generalintendant des Theaters Erfurt Guy Montavon beim Wirtschaftsrat Thüringen
Langfristige Zusammenarbeit mit Weimarer Nationaltheater möglich und nötig
Keine gemeinsame Intendanz oder Fusion, aber eine engere Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen des Theater- und Opernbetriebes von Erfurt und Weimar ist auf lange Sicht nicht nur möglich, sondern aus wirtschaftlichen Gründen sogar geboten.Diese Auffassung vertrat der Generalintendant des Theaters Erfurt, Guy Montavon, bei einem Frühstücksgespräch des Wirtschaftsrates Thüringen zum Thema „Theaterlandschaft Thüringen – Kostenreduzierung, aber wie“.
v.l.n.r. Guy Montavon, Generalintendant Theater Erfurt; Dr. Andreas Stute, Sprecher der Sektion Erfurt des Wirtschaftsrates; Alexandra Kehr, Pressesprecherin Theater Erfurt (Foto: Wirtschaftsrat)

Der Generalintendant wünscht sich einen weitsichtigeren Blickwinkel als er in der Vergangenheit angelegt worden sei, um dem jeweiligen Bedarf der Häuser in Weimar und Erfurt gerecht zu werden. Angesichts knapper werdender Fördergelder hält er es für geboten, über eine „Optimierung“ unbedingt nachzudenken. Er könne sich beispielsweise vorstellen, Erfurter Musiktheaterproduktionen in Weimar zu zeigen und dafür Schauspielaufführungen aus Weimar nach Erfurt zu holen. Ein gemeinsamer Kartenverkauf sowie eine engere Zusammenarbeit etwa der Chöre, Statisten und Werkstätten hält er außerdem für möglich, um Kosten zu reduzieren.
Allerdings: „Theater und Opernhäuser erfüllen einen wichtigen gesellschafts- und kulturpolitischen Auftrag, der nicht kostendeckend sein kann,“ ist sich Montavon sicher.

Der Sprecher der Sektion Erfurt im Wirtschaftsrat, Dr. Andreas Stute, wies auf die überdurchschnittliche Höhe der Kulturausgaben in Thüringen hin, die im Bundesvergleich laut dem Kulturfinanzbericht der Statistischen Ämter für 2010 nach den großen Stadtstaaten und Sachsen mit an der Spitze liegen. „Thüringen leistet sich eine in Deutschland einmalige Theater- und Opernhausdichte und bezuschusst den Bereich Theater und Musik jährlich mit derzeit rund 57 Millionen Euro - Tendenz steigend“, sagte Dr. Stute. Angesichts eines langfristig sinkenden Landeshaushaltes halte er dies kaum mehr für vertretbar. Seiner Meinung nach drängt sich deshalb eine Zusammenlegung des Deutschen Nationaltheaters Weimar und des Theaters Erfurt geradezu auf.

Gleichzeitig waren sich die Mitglieder des Wirtschaftsrates einig darüber, dass die Einzigartigkeit der Theaterlandschaft in Thüringen erhaltenswert ist und die Attraktivität des Freistaates etwa zur Ansiedlung neuer Betriebe und Fachkräfte erhöht. Allerdings müsse sie bezahlbar bleiben und die Wirtschaft dazu befähigt werden, sich dieses hohe Kulturniveau auch  leisten zu können.

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