21. Mai 2012
„Ohne konsequentes Projektmanagement gelingt die Energiewende nicht“
Dr. Rainer Gerding, Bundesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates, in der Sektion Bottrop
„Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich erarbeiten“, leitete der Bundesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates, Dr. Rainer Gerding, auf die gute Konjunktur in Deutschland anspielend, seinen Vortrag vor dem Wirtschaftsrat in Bottrop ein. Seine Zuhörer führte er dann durch die aktuellen Themen der Bundespolitik und setzte dabei einen Schwerpunkt auf die Energiewende.

Deutliche Worte fand er für die Arbeit der Bundesregierung und forderte von ihr einen klaren marktwirtschaftlichen Kurs. Dies gelte insbesondere in der Energiepolitik. Nicht nur die Energiewirtschaft, sondern alle Unternehmen in Deutschland benötigten einen verlässlichen Fahrplan für die Energiewende. Dabei haben nach Auffassung des Wirtschaftsrates Verlässlichkeit und Bezahlbarkeit Priorität. Um die Energiewende zum Erfolg werden zu lassen, müssten allein bis 2030 rund 300 Milliarden Euro im Wesentlichen von Privatunternehmen investiert werden. "Diese brauchen verlässliche Rahmenbedingungen und ein konsequentes Projektmanagement", warnte Dr. Gerding, "sonst wird die Energiewende nicht gelingen."

 

„Bereits heute ist die Einspeisevergütung für die Photovoltaik höher als die Steinkohlesubventionen je waren. 50 Prozent aller Förderung geht in einen Bereich, der nur drei Prozent zur Stromgewinnung besteuert", sagte Dr. Gerding. Ziel müsse es sein, die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit dem Netzausbau und dem Bau neuer Speicher zu verbinden. Gleichzeitig gelte es, die nationale Energiewende mit Europa zu verzahnen, um Kostensenkungspotenziale konsequent zu nutzen und Fördermechanismen erneuerbarer Energien europaweit zu harmonisieren. "Eine weitere offene Baustelle ist die Einführung von steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten für energetische Sanierungsmaßnahmen. In dieser Frage darf der Föderalismus nicht zur Blockade-Veranstaltung werden. Die Länder müssen sich in ein nationales Gesamtkonzept einbringen“, forderte der Bundesgeschäftsführer.